Ashwagandha, auch als Schlafbeere, Withania somnifera oder indischer Ginseng bekannt, wird seit Jahrhunderten im Ayurveda, der traditionellen indischen Gesundheitslehre, verwendet. Inzwischen ist die Pflanze auch ein beliebter Inhaltsstoff für moderne Nahrungsergänzungsmittel.
Was ist Ashwagandha?
Ashwagandha ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. Sie ist vor allem in den trockenen Regionen Indiens, Afrikas und des Nahen Ostens heimisch.
Traditionell werden insbesondere die Wurzeln, teilweise aber auch die Blätter der Pflanze verwendet. Zu ihren charakteristischen Inhaltsstoffen gehören Withanolide, Alkaloide und Saponine. Die genaue Zusammensetzung kann sich je nach Pflanzenteil, Herkunft und Herstellungsverfahren unterscheiden.
Für Nahrungsergänzungsmittel wird Ashwagandha als gemahlenes Wurzelpulver oder in Form konzentrierter Extrakte eingesetzt. Standardisierte Extrakte ermöglichen dabei einen festgelegten Gehalt ausgewählter Inhaltsstoffe.
Was macht Ashwagandha interessant?
Ashwagandha wird häufig als Adaptogen bezeichnet. Damit sind pflanzliche Stoffe gemeint, die den Körper dabei unterstützen sollen, sich an körperliche und psychische Belastungssituationen anzupassen. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zeigte bei Ashwagandha-Präparaten eine Verringerung des wahrgenommenen Stresses, von Angstsymptomen und des Cortisolspiegels.
Auch mögliche Auswirkungen auf den Schlaf werden wissenschaftlich untersucht. Eine weitere Analyse zeigte eine Verbesserung des allgemeinen Schlafs, insbesondere bei Personen mit Schlafstörungen.
Darüber hinaus beschäftigen sich Forschungsarbeiten mit möglichen positiven Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das Gedächtnis. Untersucht werden außerdem antioxidative, neuroprotektive und entzündungshemmende Eigenschaften sowie mögliche Zusammenhänge mit dem Immun- und Hormonsystem.
Ein vielseitiger Rohstoff
Ashwagandha kann je nach gewünschter Rezeptur als Pulver oder Extrakt beispielsweise in Kapseln, Tabletten, Pulvermischungen oder flüssigen Produkten eingesetzt werden. Es eignet sich sowohl für Monopräparate als auch für Kombinationen mit Vitaminen, Mineralstoffen oder weiteren pflanzlichen Inhaltsstoffen.
Bei der Produktentwicklung spielen neben dem verwendeten Pflanzenteil insbesondere das Extraktionsverfahren eine wichtige Rolle. Die Dosierung sollte daher stets auf den eingesetzten Rohstoff und den vorgesehenen Verwendungszweck abgestimmt werden.
Kinder, Schwangere, Stillende sowie Personen mit einer bestehenden oder früheren Lebererkrankung sollten nach Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung keine Ashwagandha-Präparate einnehmen. Da Ashwagandha das Immun- und Hormonsystem beeinflussen kann und Wechselwirkungen mit Arzneimitteln hervorruft, sollten Personen mit Erkrankungen der Schilddrüse oder des Immunsystems sowie Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, die Verwendung vorher ärztlich abklären.
Quellen
Bundesinstitut für Risikobewertung (2024): Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen Gesundheitsrisiken.
Arumugam et al. (2024): Effects of Ashwagandha (Withania somnifera) on Stress and Anxiety: A Systematic Review and Meta-Analysis. Explore, Artikel 103062.
Cheah et al. (2021): Effect of Ashwagandha (Withania somnifera) Extract on Sleep: A Systematic Review and Meta-Analysis. PLOS ONE, 16(9), e0257843.