Algen werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Nährstoffprofile seit Langem als Lebensmittel verwendet. Das Potenzial von Mikroalgen wie Chlorella und Spirulina sowie Algenöl für die Förderung von Energie, Entgiftung und allgemeiner Gesundheit macht sie zu einer vielversprechenden Option für Nahrungsergänzungsmittel.
Was sind Algen?
Algen sind eine vielfältige Gruppe von Organismen, die im Süß- oder Salzwasser leben. Man unterscheidet zwischen mikroskopisch kleinen Mikroalgen und größeren Makroalgen wie Braun-, Rot- und Grünalgen.
Für Nahrungsergänzungsmittel werden häufig Chlorella und Spirulina eingesetzt. Chlorella ist eine einzellige Grünalge, während Spirulina biologisch zu den Cyanobakterien gehört. Beide enthalten unter anderem Proteine, Mineralstoffe und natürliche Farbstoffe wie Chlorophyll und Carotinoide.
Algenöl wird aus ausgewählten Mikroalgen gewonnen und enthält die langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und, je nach verwendeter Algenart, EPA. Es stellt damit eine pflanzliche Alternative zu Fischöl dar.
Was macht Algen interessant?
Chlorella und Spirulina zeichnen sich durch ihre vielseitige Zusammensetzung aus. Zu ihren charakteristischen Bestandteilen gehören Proteine, ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe sowie antioxidative Pflanzenfarbstoffe.
Eine Studie untersucht mögliche Auswirkungen von Chlorella und Spirulina auf verschiedene Herz-Kreislauf-Risikofaktoren. Die Ergebnisse lieferten insbesondere für Spirulina Hinweise auf mögliche positive Effekte auf den Blutdruck.
Algenöl ist vor allem als pflanzliche Quelle für DHA und EPA interessant. DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion und Sehkraft bei. EPA und DHA tragen außerdem zu einer normalen Herzfunktion bei.
Weitere Forschungsbereiche betreffen den antioxidativen Zellschutz, das Immunsystem, den Fettstoffwechsel und entzündungsbezogene Prozesse. Auch die Bindung bestimmter unerwünschter Stoffe und eine mögliche Unterstützung körpereigener Ausscheidungsprozesse werden untersucht.
Ein vielseitiger Rohstoff
Algen können je nach gewünschter Rezeptur als Pulver, Presslinge, Extrakte oder Öle beispielsweise in Kapseln, Tabletten, Pulvermischungen und flüssigen Produkten eingesetzt werden. Sie eignen sich sowohl für Monopräparate als auch für Kombinationen mit Vitaminen, Mineralstoffen oder weiteren pflanzlichen Inhaltsstoffen.
Bei der Produktentwicklung spielen die verwendete Algenart, die Anbaubedingungen, das Herstellungsverfahren und die standardisierten Nährstoffgehalte eine wichtige Rolle. Auch die Kontrolle auf Schwermetalle und andere unerwünschte Stoffe ist von besonderer Bedeutung.
Bestimmte Meeresalgen können sehr hohe Mengen an Jod enthalten. Der Jodgehalt sollte daher klar ausgewiesen und bei der Dosierung berücksichtigt werden. Personen mit Schilddrüsenerkrankungen, Allergien oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sowie Schwangere und Stillende sollten Algenpräparate nur nach vorheriger ärztlicher Rücksprache verwenden.
Quellen
Verbraucherportal Bayern (2023): Algen in der Ernährung.
Europäische Kommission: Verordnung (EU) Nr. 432/2012 - zugelassene gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel.
Pinto-Leite et al. (2025): The Role of Chlorella and Spirulina as Adjuvants of Cardiovascular Risk Factor Control: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. Nutrients, 17(6), 943.
Craddock et al. (2017): Algal Supplements of Vegetarian Eating Patterns Improves Plasma and Serum Docosahexaenoic Acid Concentrations of Omega-3 Indices: A Systematic Literature Review. Journal of Human and Dietetics, 30(6), 693-699.